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Hingabe ist das Geheimnis der Weisheit, denn Hingabe ist das Geheimnis der Liebe – und Liebe ist das einzige wertvolle Wissen. -Osho-

 

Heute möchte ich mit diesem Artikel auf eine ganz besondere Liebeskunst aufmerksam machen. Auch wenn Tantra sich auf mehrere Ebenen bezieht, so nehme ich mir explizit Zeit, dieses Thema in sexueller Hinsicht zu erörtern. Tantra ist ein Weg der Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis. Ein Weg zu mehr Sinnlichkeit, Lebendigkeit sowie Sinnhaftigkeit im Leben. Tantra ist ein aus dem Sanskrit, der ältesten in Indien gesprochenen Sprache, stammender Begriff, der übersetzt so viel heißt wie »Gewebe« oder »Gefüge«. Mit Tantra entfalten wir unser sexuelles Potenzial und erweitern unser Bewusstsein. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, sich anzuschauen, ob allein oder gegenüber dem Partner. Das Wahrnehmen meines und des Partners Körpers, das Zelebrieren von Berührungen über mehrere Stunden als meditatives Gefüge. Ein Vorspiel, das nicht unbedingt bis zum Höhepunkt in Form eines Orgasmus hinausgezögert werden muss. Tauchen wir ein, in die Welt des Tantras.

 

Das Achtsamkeitstraining:

Bevor man sich auf die meditativen Einheiten des Tantras einlässt, lohnt es sich zuvor ein Achtsamkeitstraining zu absolvieren. Bei diesem Training lernt man sich selbst wahrzunehmen, durch einzelne Berührungen richtet man das Bewusstsein auf das Zentrum. Dadurch werden auch die Berührungen durch den Partner intensiver wahrgenommen. Mithilfe eines ausgebildeten Lehrers in einem Tantra Institut wird man gezielt angeleitet und kann später diese Übungen zu Hause selbst ausführen.

 

Tantra Massage:

In einer Tantra Massage geht es vor allem um die Zusammenführung von Körper, Geist und Seele. Mit dem Hinauszögern von Orgasmen erweitern wir unser Bewusstsein und konzentrieren uns auf das Wesentliche. So werden bestimmte Berührungen viel stärker wahrgenommen und können zu einzelnen Ekstasen führen. Wir unterscheiden bei der gezielten Massage zwischen der Lingam-Massage, bei der der Penis massiert wird, und die Yoni-Massage, bei der die Vagina im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.

 

Lingam-Massage:

Bei einer Lingam-Massage werden Hoden und Penis abwechselnd stimuliert. Durch sanfte, aber dynamische Berührungen wird der Mann erregt, der Orgasmus allerdings hinausgezögert. Kurz bevor sich ein Orgasmus anbahnt, wird die Massage unterbrochen. Diese besondere Mischung aus Reizen und Loslassen muss man erst einmal erlernen und sich vor allem gern darauf einlassen. Wenn diese Technik wieder und wieder ausgeübt wird, kann zukünftiger Sex über Stunden erlebt werden. Reizen und den Reiz einstellen, immer wieder von vorne beginnen, das sind die Inhalte der Lingam-Massage.

 

 

Yoni-Massage:

Bei der Yoni-Massage werden die weiblichen Geschlechtsorgane von außen nach innen massiert. Die Schamlippen, Schenkel, Klitoris werden in kreisenden und trommelnden Bewegungen massiert. Im Mittelpunkt steht die sinnliche Entspannung, es kann zu einem Orgasmus kommen, ist aber genauso wie bei der Lingam-Massage keine Voraussetzung, sondern bis zum Ende höchstens ein angenehmer Nebeneffekt. Frau soll sich fallen lassen, lernen sich zu öffnen und Berührungen zuzulassen. Im Tantra wird die Yoni-Massage als ein für Frauen heilendes und entkrampfendes Ritual angesehen.

 

 

Tantra zu Hause anwenden:

Wenn man schon mal allein oder mit dem Partner ein Tantra Institut besucht hat, können im Anschluss gewisse Techniken auch Zuhause angewendet werden. Zunächst würde ich allerdings empfehlen ein professionelles Tantra-Institut wie das Diamond Lotus in Berlin aufzusuchen. Um es sich dann in den eigenen vier Wänden mit dem Partner so richtig gemütlich zu machen, ohne zu sehr in spirituelle Sphären abzudriften, reichen schon ein paar kleine Hilfsmittel. Man kann z.B. mit Kerzen, ruhiger Musik sowie Duftstäbchen schnell eine besondere Atmosphäre schaffen. Mit einem gemeinsamen Bad bereitet man sich auf ein paar sinnliche Stunden vor. Bei allem was man macht, heißt es sich Zeit nehmen. Handy aus, sich wahrnehmen, über mehrere Minuten einmal in die Augen schauen, sich berühren und den Partner hautnah kennenlernen.

Ich persönlich glaube, das Tantra für viele Menschen eine positive Erweiterung ihres Seins darstellen würde, genauso wie Yoga. Oft hetzen wir gestresst durch die Straßen, auf dem Weg von einem Termin zum nächsten, die wahre Kommunikation bleibt immer mehr auf der Strecke. Warum nicht einfach mal wieder zurücklehnen, sich mit sich selbst auseinandersetzen, ohne dabei meinen Partner aus den Augen zu verlieren: Ihn spüren, ihm zuhören, berühren. Wie möchtest du berührt werden und wen möchtest du wie berühren? Es gibt viele Fragen, mit denen sich die meisten gar nicht auseinandersetzen, dadurch werden Dinge nicht mehr richtig angesprochen, Beziehungen gehen auseinander oder entstehen erst überhaupt nicht. Wenn man einmal die Erkenntnis verinnerlicht hat, dass alles, dass alle miteinander verbunden sind, dann wird einem vielleicht eine gewisse Verantwortung bewusst. Eine Verantwortung, die Respekt gegenüber meinen Mitmenschen voraussetzt. Tantra vereint also nicht nur Körper, Geist und Seele, sondern stärkt auch meine Wahrnehmung innerhalb dieser Welt.